Drinks
Experten-Interview: Wie enge Kundenbindung die Getränkeinnovation von morgen sichert
Vertriebsexperte Michael Möller gibt im Gespräch Einblicke in die Getränkesparte von Hertz & Selck, kurze Entwicklungswege im Hamburger Labor und die Kunst, den perfekten Geschmack reproduzierbar ins Glas zu bringen.
Ein herausragendes Getränkearoma entsteht nicht im luftleeren Raum einer unpersönlichen Konzernstruktur. Es ist das Ergebnis einer agilen, partnerschaftlichen Zusammenarbeit, die kurze Entscheidungswege, technologische Rezepturkompetenz und direkte sensorische Feinabstimmung miteinander verbindet. Während der globale Markt sich rasant in Richtung Ready-to-Drink (RTD) und alkoholfreier Alternativen bewegt, sichert Hertz & Selck durch hanseatische Präzision und maximale Kundennähe den entscheidenden Vorsprung in der Produktentwicklung.
In unserem Experten-Gespräch gibt Michael Möller Einblicke in die Dynamik der modernen Getränkesparte. Wir sprechen über die strategische Abgrenzung von klassischen Tabaksegmenten, das enorme Marktpotenzial der alkoholfreien Generation und warum eine erfolgreiche Entwicklungspartnerschaft weit über das reine Abfüllen der Flasche hinausgeht.
Hertz & Selck im Gespräch mit Michael Möller (Vertrieb Getränkesparte)
H&S: Michael, du hast vor knapp zehn Jahren bei Hertz & Selck begonnen und verantwortest heute den Vertrieb in der Getränkesparte. Was unterscheidet die Zusammenarbeit bei uns von den Prozessen internationaler Mitbewerber?
Michael Möller: Der entscheidende Vorteil liegt in unserer mittelständischen Agilität und den extrem kurzen, direkten Wegen zum Kunden. Bei uns ist ein Projekt keine anonyme Ticket-Nummer. Wenn ein Kunde zu uns nach Hamburg kommt, sitzt er direkt mit dem anwendungstechnischen Labor am Tisch. Unser Kollege Jan Laskowski mischt die Formulierungen live aus – Modifikationen an Süße, Säure oder Aromenintensität werden sofort sensorisch überprüft. Diese enge Verzahnung und persönliche Betreuung bis zur Markteinführung und darüber hinaus bietet ein hohes Maß an Verlässlichkeit, das Großkonzerne in dieser Geschwindigkeit kaum abbilden können.
H&S: Hertz & Selck hat im Getränkebereich eine eigenständige Plattform etabliert (hertz-selck.rocks). Warum war dieser Schritt zur gezielten Abgrenzung für den Markt so wichtig?
Michael Möller: Es ging primär darum, der Getränkesparte ein klares, dediziertes Gesicht zu geben und sie optisch sauber vom Vape- und Smoke-Sektor zu trennen. Für B2B-Entscheider aus der Lebensmittel- und Getränkeindustrie ist ein steriles, hochprofessionelles Umfeld entscheidend. Ein Produktentwickler, der nach innovativen Komponenten für Spirituosen oder RTDs sucht, benötigt eine Plattform, die sofort Substanz und maßgeschneiderte Lösungen signalisiert. Unser gesundes, kontinuierliches Wachstum der letzten Jahre zeigt deutlich, dass der Markt diesen fokussierten Ansatz einfordert.
H&S: Der Markt für alkoholfreie Spirituosen-Alternativen und Ready-to-Drink-Konzepte (RTDs) wächst rasant. Wie bewertest du diese Entwicklung aus Vertriebssicht?
Michael Möller: Dieser Trend ist absolut unaufhaltsam. Die junge Generation – die Consumer von morgen – trinkt bewusster und fordert hochqualitative Geschmackserlebnisse ohne Promille oder mit moderatem Alkoholgehalt in der Convenience-Dose. Mehrere Marken zeigen mit strategischen Kampagnen, dass das alkoholfreie Segment mittelfristig mit klassischen Spirituosen gleichziehen wird. Da alkoholfreie Destillate ohne den Geschmacksträger Ethanol auskommen müssen, sind sie zu 100 Prozent auf die technologische Tiefe unserer Aromen angewiesen. Wer hier keine kompromisslose sensorische Stabilität liefert, verliert den Verbraucher.
H&S: Neben Spirituosen bedient ihr auch den traditionellen Teemarkt. Wo liegen hier die Herausforderungen in der Aromenentwicklung?
Michael Möller: Der Teemarkt ist unheimlich sensibel und spürbar traditioneller geprägt als die dynamische Spirituosenbranche. Da Hertz & Selck ausschließlich im flüssigen Bereich agiert, fokussieren wir uns ganz bewusst auf die Veredelung von hochwertigem, losem Tee. Das Aroma muss perfekt am Teeblatt haften und darf beim Aufguss mit heißem Wasser keine unerwünschten Bitternoten freisetzen. Es ist ein reiner Beziehungs- und Qualitätsmarkt, der extrem viel Fingerspitzengefühl erfordert.
H&S: Euer globaler Markenclaim lautet „WE FLAVOUR THE WORLD“. Wie passt dieser Anspruch zur tiefen Verwurzelung am Standort Hamburg?
Michael Möller: Hamburg ist das historische Tor zur Welt für Genussmittel und Rohstoffe – insbesondere im Tee- und Spirituosenbereich sitzen viele relevante Akteure im Norden. Die Kompetenz “Made in Hamburg” ist für uns Verpflichtung und Qualitätsversprechen zugleich. Ob für den regionalen Mittelstand oder internationale Anfragen: Unser Ziel ist es, die Welt durch präzise, charakterstarke Aromen bunter und geschmackvoller zu machen. Denn am Ende des Tages gilt bei jeder Rezeptur, die unser Haus verlässt: „A strawberry must always taste like a strawberry. There is no room for error.
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