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Experten-Interview: Klimaneutralität ist keine Option, sondern Präzisionsarbeit

In unserem Experten-Interview gewährt Harck Nissen Einblicke in den Masterplan „Mission 2031“. Wir sprechen über die Verdreifachung der Photovoltaik-Leistung, den pragmatischen Nordfriesen-Geist hinter der Strategie und warum „Enkeltauglichkeit“ das Ziel jeder modernen Produktion sein muss.

Nachhaltigkeit ist bei Hertz & Selck kein Marketing-Label, sondern eine tiefgreifende technische Transformation. Während die Branche über Scope-Bilanzen diskutiert, baut Harck Nissen das energetische Fundament für die nächsten Jahrzehnte um. Es geht um den Abschied von fossilen Brennstoffen, autarke Energieversorgung und die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit in einer CO2-sensiblen Lieferkette.

In unserem Experten-Interview gewährt Harck Nissen Einblicke in den Masterplan „Mission 2031“. Wir sprechen über die Verdreifachung der Photovoltaik-Leistung, den pragmatischen Nordfriesen-Geist hinter der Strategie und warum „Enkeltauglichkeit“ das Ziel jeder modernen Produktion sein muss.


Hertz & Selck im Gespräch mit Harck Nissen (Sustainability & Energy Management)

H&S: Harck, du bist bei uns für Themen zuständig, die man auf den ersten Blick vielleicht nicht in einem Aromenhaus vermutet. Was treibt dich in deiner täglichen Arbeit an?

Harck Nissen: Mein Ziel ist es, das Fundament für die Zukunft der Firma zu bauen. Wir wollen bis zu unserem 100-jährigen Jubiläum im Jahr 2031 eine klimaneutrale Produktion am Standort erreichen. Das bedeutet konkret: den kompletten Ausstieg aus fossilen Energieträgern. Alles, was wir im Bereich Scope 1 und 2 – also die direkte Energie vor Ort und die zugekaufte Energie – beeinflussen können, stellen wir auf den Prüfstand.

H&S: Das klingt nach einer gewaltigen Aufgabe für einen Industriebetrieb. Wo setzt man da den ersten Hebel an?

Harck Nissen: Ein zentraler Baustein ist die Eigenversorgung. Wir haben bereits eine Photovoltaik-Anlage, aber wir werden sie auf 350 kW Peak verdreifachen. Damit nutzen wir nahezu jede verfügbare Dachfläche. Unser Ziel ist es, etwa 40 % unseres Strombedarfs selbst zu decken. Das macht uns nicht nur grüner, sondern auch resilienter gegenüber Preisschwankungen am Markt.

H&S: Strom ist die eine Seite, aber die Produktion benötigt auch Prozesswärme. Wie sieht dort die technische Lösung aus?

Harck Nissen: Das ist der anspruchsvollste Teil. Wir müssen unsere Gas-Dampferzeuger und Heizungsanlagen konsequent durch elektrische Systeme oder Wärmepumpen ersetzen. Wir führen gerade ein detailliertes Energiedatenerfassungssystem ein. Erst wenn wir präzise wissen, welche Maschine wann wie viel Energie verbraucht, können wir Ineffizienzen eliminieren. Es geht darum, durch Daten Transparenz zu schaffen, um Verschwendung gezielt zu beenden.

H&S: Du sprichst oft von „Resilienz“. Inwiefern ist ökologische Nachhaltigkeit auch eine Frage der operativen Sicherheit?

Harck Nissen: Nehmen wir das Beispiel Druckluft. Wenn dort ein Kompressor ausfällt, steht die Produktion. Im Zuge unserer Modernisierung ersetzen wir alte Geräte durch hocheffiziente, redundante Systeme. Wir senken also gleichzeitig den Energieverbrauch und erhöhen die Ausfallsicherheit. Nachhaltigkeit bedeutet für mich, dass Hertz & Selck auch in 20 Jahren noch sicher und kosteneffizient produzieren kann.

H&S: Wie wichtig sind Zertifizierungen wie die ISO 14001 in diesem Prozess?

Harck Nissen: Enorm wichtig. Wir streben die Zertifizierung bis spätestens 2027 an. Wir sind Teil einer komplexen Lieferkette. Unsere Kunden – globale Player im Beverage- oder Food-Bereich – fordern heute präzise Daten zu CO2-Bilanzen. Wer diese Transparenz nicht liefert, verliert den Anschluss. Wir wollen hier agieren, statt nur auf Gesetze zu reagieren.

H&S: Du bist Nordfriese – färbt diese pragmatische Mentalität auf die grüne Transformation ab?

Harck Nissen: Vielleicht. Wir Nordfriesen gelten als direkt und lösungsorientiert. Ich versuche, die Dinge nicht unnötig kompliziert zu machen. Man sagt bei uns: „Zeit hat man nicht, die nimmt man sich.“ Und wir nehmen uns jetzt die Zeit, Hertz & Selck konsequent auf „Enkeltauglichkeit“ umzustellen.


Bereit für die nachhaltige Wertschöpfungskette der Zukunft?

Das Gespräch mit Harck Nissen zeigt: Nachhaltigkeit ist bei Hertz & Selck ein integraler Bestandteil der technischen Exzellenz. In einem Marktumfeld, das zunehmend Transparenz und Klimaneutralität fordert, sind wir der Partner, der diese Anforderungen bereits heute in die Realität umsetzt.

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